Für Selbstlerner ohne Budget
Nicht jedes Paar kann ein Retreat besuchen. Diese Seite enthält Fragen, Impulse und Übungen, die zu Hause durchgeführt werden können. Kostenlos und ohne Anmeldung.
Warum diese Seite existiert
Ein Retreat kostet Geld. Das ist eine Realität, die wir nicht ignorieren wollen. Deshalb haben wir einen Teil der Inhalte, die im Retreat verwendet werden, in eine Form gebracht, die zu Hause nutzbar ist. Kein Ersatz für das Wochenende, aber ein echter Einstieg.
Reflexionsfragen für Paare
Diese Fragen sind dafür gedacht, einzeln beantwortet zu werden, bevor man sie gemeinsam bespricht. Nehmen Sie sich Zeit. Es gibt keine richtigen Antworten.
- Was habe ich als Kind über Geld gelernt?
- Welche Botschaft über Geld hat meine Familie mir mitgegeben?
- Gab es Momente, in denen Geld Angst oder Erleichterung bedeutete?
- Was würde ich meinen Eltern über Geld nie sagen?
- Worüber sprechen wir nie, wenn es um Geld geht?
- Wann fühle ich mich beim Thema Geld unverstanden?
- Was schätze ich an der Art, wie mein Partner mit Geld umgeht?
- Welche Ausgabe meines Partners verstehe ich innerlich nicht?
- Wofür würde ich immer Geld ausgeben, egal was?
- Wofür würde ich nie Geld ausgeben?
- Was bedeutet finanzielle Sicherheit für mich konkret?
- Wie fühlt sich ein Gespräch über Geld für mich an?
- Was macht es schwer, über Geld zu sprechen?
- Was würde ein gutes Geldgespräch für uns ausmachen?
- Was müsste sich verändern, damit ich offener über Geld reden kann?
Übungen zu Hause
Die Geldkarte
Jede Person schreibt auf eine Karte oder ein Blatt Papier drei Sätze: Was Geld für mich bedeutet. Was Geld für mich nicht bedeutet. Was ich mir von meinem Partner in Bezug auf Geld wünsche.
Dann lesen beide vor, ohne Kommentar des anderen. Erst danach wird gesprochen.
Die Prioritätenliste
Jeder schreibt für sich eine Liste von Dingen, für die er gerne Geld ausgibt. Dann eine Liste von Dingen, die er für Verschwendung hält. Beide Listen werden verglichen. Wo stimmen sie überein? Wo nicht?
Wichtig: Es geht nicht darum, den anderen zu überzeugen. Sondern darum zu verstehen, warum der andere so denkt.
Das Geldgespräch üben
Wählen Sie ein konkretes Thema, über das Sie sich in letzter Zeit uneinig waren. Eine Ausgabe, eine Entscheidung, eine Gewohnheit. Besprechen Sie es, aber mit einer Regel: Kein "Du immer" oder "Du nie". Nur "Ich"-Formulierungen.
Stellen Sie danach fest: Was war anders? Was war schwer?
Der Herkunftsbaum
Zeichnen Sie einen einfachen Stammbaum. Notieren Sie bei jeder Person, was Sie über deren Verhältnis zu Geld wissen oder ahnen. Eltern, Großeltern, Geschwister. Welche Muster sehen Sie? Was haben Sie übernommen?
Diese Übungen ersetzen nichts
Selbstreflexion zu Hause ist wertvoll. Und sie hat Grenzen. Ohne externen Rahmen, ohne Gruppe, ohne Moderation ist es schwieriger, in schwierige Themen zu gehen. Das ist keine Kritik, sondern eine Beobachtung.
Wenn Sie merken, dass bestimmte Gespräche immer wieder stocken oder eskalieren, kann ein Retreat einen anderen Raum bieten. Nicht besser, aber anders.
Mehr über das RetreatThemen, die helfen zu verstehen
Geldpsychologie
Warum treffen Menschen finanzielle Entscheidungen, die gegen ihr eigenes Interesse laufen? Die Verhaltensökonomie hat dazu viel zu sagen. Bücher von Daniel Kahneman oder Morgan Housel bieten zugängliche Einstiege.
Gewaltfreie Kommunikation
Das Modell von Marshall Rosenberg beschreibt, wie Gespräche geführt werden können, die Bedürfnisse ausdrücken statt Vorwürfe. Besonders nützlich für Themen, bei denen Emotionen hochkommen.
Familienaufstellungen und Geld
Systemische Ansätze zeigen, wie Geldmuster über Generationen weitergegeben werden. Bert Hellinger und seine Nachfolger haben dazu Konzepte entwickelt, die auch ohne Aufstellungsarbeit nützlich sind.